Essai

Renault Clio

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Renault Clio

Renault Clio 2

Évolution française

Renault schickt neben dem auf 179 PS erstarkten Clio Sport auch einen Diesel mit 101 PS ins Rennen um die Gunst der Käufer leistungsstarker Kleinwagen.
Ins fortgeschrittene sechste Produktionsjahr rollt der aktuelle Clio, aber das wohl verdiente Altenteil für den französischen Bestseller ist erst Ende 2005 in Sicht. Also gibt es keinen Grund, den kleinen Flitzer unverändert zu belassen. Renault bietet dem Käufer eines der Generation 2004 jetzt die Wahl zwischen drei verschiedenen Ausstattungsniveaus und Designlinien. Hinzu kommen zwei exklusive Modelle namens Initiale (Luxusversion mit Holzeinlagen wie im Vel Satis) und Sport. Außerdem werden auf die Diesel- wie auf die Benziner- Topmotorisierung (V6 ausgenommen) noch ein paar PS draufgepackt.
Für Spaßpotenzial sorgt der Clio Sport mit seinem auf 179 PS erstarkten Zweiliter-Motor. Zehn PS mehr als der Vorgängermotor mobilisiert der Vierventiler und kommt damit auf ein respektables Leistungsgewicht von 6,5 kg/PS. Gleichzeitig steigt das Drehmoment auf 200 Nm bei 5250 min. Möglich macht das Plus an Kraft ein zweiflutig ausgelegtes Ansaugsystem, das bei niedrigen Drehzahlen zwecks Drehmomentoptimierung nur mit einem Kanal Frischluft atmet. Bei hohem Leistungsbedarf sorgt dann ein zugeschalteter weiterer Kanal für den zweiten Wind und verbessert die Leistungsausbeute. 
Wahrlich genug Power, um beim ersten Fahrtest Serpentinenstraßen im Eilzugtempo zu erklimmen. Während der Clio im unteren Drehzahlbereich auf Gaspedalbefehle eher zahm reagiert, geht ab 5000 Touren die Post so richtig ab.
Das teilt sich dem Fahrer auch im Lenkrad mit. Die Antriebseinflüsse sind der einzige Kritikpunkt an der direkt übersetzten und exakten Lenkung, die dem scharfen Clio fast Kart-Charakter verleiht. Weder vorne noch hinten schwenkt der sportliche Renault dabei in Kurven übermässig aus, und das serienmäßige ESP wirkt nicht als Spaßbremse, sondern greift zwar spät, aber sicher ein. Die mit den 205er- Michelin Pilot Exalto-Reifen erreichbaren Kurvengeschwindigkeiten reichen aus, um den Beifahrer zu erschrecken, böse Schläge von Seiten des Sportfahrwerks sind hingegen nicht zu befürchten.
Auch optisch mimt der Clio Sport nicht den Krawallbruder. Dezente Spoiler-Beplankung und eine zweiflutige Auspuffanlage genügen als Visitenkarte. Trotz Alcantara-Einlagen, bequemer Sportsitze, reichlich Softtouch-Lacks auf den Armaturen und gelochten Rennpedalen weicht der Clio Sport auch im Innenraum nicht von der Understatement-Linie ab.
Erst beim Preis ist Schluss mit der französischen Contenance: 22 500 Euro muss der Kunde berappen. Für den neuen, 101 PS starken 1,5-Liter-dCi werden den Käufern in der Basisversion Dynamique nur 13 900 Euro abverlangt.
Dafür gibt es neben neuen Stoßfängern mit größerem Lufteinlass und integrierten Nebelscheinwerfern auch das gleiche Drehmoment wie im Zweiliter-Benziner, nur dass der Diesel es schon ab 1900 min zur Verfügung stellt. Zudem ist ein Bremsassistent wie bei allen Clio-Varianten (Ausnahme Sport-Version) serienmäßig. Der kleine Selbstzünder mit einem Turbolader mit variabler Turbinengeometrie und einem auf 1600 bar erhöhten Einspritzdruck erfreut durch sehr harmonische Leistungsentfaltung. Mancher Turbo-Fan wird vielleicht den verschärften Nachdruck vermissen, dafür entschädigt die zurückhaltende Akustik und der von Renault versprochene ECE-Verbrauch von 4,3 Liter pro 100 Kilometer.